© Stiftung Nationales Automuseum The Loh Collection

Graf Trips-Ausstellung: Vom ring°werk zur Stiftung Nationales Automuseum The LOH Collection

Villa Trips Rainer Roßbach
Villa Trips

Nach der Verlagerung der Graf Trips-Ausstellung aus der früheren „Villa Trips“ in Kerpen-Horrem nahe Burg Hemmersbach wurden die Exponate seit dem 4. Mai 2018 im ring°werk am Nürburgring präsentiert. Das ring°werk, am 31. Januar 2026 aufgelöst bzw. dauerhaft geschlossen, wird grundlegend umgebaut und neu ausgerichtet. Damit will die Nürburgring GmbH genügend Platz für ein neues Technologie- und Entwicklungszentrum sowie Ausstellungsflächen für Partner aus der Automobilbranche schaffen. Zukünftig soll die Anlage verstärkt als Werbeplattform und Präsentationsfläche für Unternehmen der Kraftfahrzeug-Industrie dienen.

Mit dem im hessischen Dietzhölztal-Ewersbach beheimateten weltbekannten Nationalen Automuseum, der LOH Collection, einer finanzstarken gemeinnützigen GmbH, arbeitet die Trip’sche Sportstiftung bereits seit 2023 zusammen. Die Kooperation wurde kürzlich intensiviert, denn der größte Teil der Trips-Exponate aus dem ring°werk wird demnächst in die LOH-Sammlung – als Dauerleihgabe – eingegliedert. 

ring°werk am Nürburgring © ring°werk
ring°werk am Nürburgring

Dort werden – seit der Museums-Eröffnung vor rund drei Jahren – einem großen Publikum in einem historischen Industriegebäude mehr als 150 spektakuläre Fahrzeuge aus 135 Jahren Automobilgeschichte präsentiert, u.a. der originale Ferrari Dino 246SP, mit dem Wolfgang Graf Berghe von Trips zusammen mit dem belgischen „Langstrecken-Spezialisten“ Olivier Gendebien die Targa Florio am 30. April 1961 gewonnen hatte. 

Die Bandbreite der LOH Exposition reicht von den Anfängen der Mobilität auf vier Rädern (wie dem Benz Patent-Motorwagen) über seltene Klassiker und Supersportwagen bis hin zu legendären Formel-1-Boliden. 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Ikonen der Vorkriegszeit und Meilensteine der Ingenieurskunst, die den Weg des Automobils geprägt haben.

Schloß Loersfeld © Tohma
Schloß Loersfeld

Neben der Dauerausstellung bot das Museum schon mehrere spektakuläre Highlights wie die Sonderschau „Ferrari“, die „24 Stunden-Rennen von Le Mans“ und 75 Jahre Formel 1: Grand Prix – Ikonen der Königsklasse. 

Ab dem 28. März dieses Jahres ist die neue Sonderausstellung „Rallye Legenden – Zeitreise auf Asphalt, Schotter und Schnee“, zu sehen. Sie erzählt die Geschichte des Rallyesports auf einzigartige Weise. Ab dem 28. März 2026 sind Fahrzeuge aus der Vorkriegszeit, dem Starterfeld der Rallye Weltmeisterschaft, Ikonen der Gruppe-4 wie Lancia Stratos und die legendären 600 PS Gruppe-B-Monster der 1980er Jahre ebenso zu sehen, wie die seriennahen Boliden der jüngeren Rallye-Geschichte. Darüber hinaus zählen legendäre Events wie die Rallye Dakar und die Rekordhalter des Pikes Peak International Hill Climb in den Rocky Mountains im US-Bundestaat Colorado zum spektakulären Ensemble der „Fraktion der Driftkönige“.

Erzählt wird auch die Geschichte der Weltstars, die einst die gut zwei Dutzend Ausstellungsstücke über die Rallye-Pisten steuerten: Walter Röhrl gehört ebenso dazu wie Carlos Sainz, Rauno Aaltonen, Hannu Mikkola, Markku Alén, Michèle Mouton, Henri Toivonen, Ari Vatanen, Juha Kankkunen, Didier Auriol, Sébastien Loeb und Stéphane Peterhansel.

Museum Prototyp in Hamburg © Automuseum PROTOTYP, Hamburg
Museum Prototyp in Hamburg

Museumsgründer Prof. Dr. Friedhelm Loh: „Der Rallyesport ist die kompletteste Disziplin der facettenreichen Motorsportwelt und hat eine Vielzahl faszinierender Automobile hervorgebracht. Uns liegt es am Herzen, den Besucherinnen und Besuchern des Nationalen Automuseums dessen Geschichte und Geschichten nahezubringen.“

Neben der Präsentation der Exponate über Wolfgang Graf Berghe von Trips am neuen Ausstellungsstandort Dietzhölztal wird der interessierten Öffentlichkeit weiterhin eine kleine, aber feine Familien-spezifische Trips-Ausstellung auf Schloss Loersfeld in Kerpen, der Geschäftsstelle der  Stiftung, angeboten, und auch die Trips-Ausstellung im Automuseum Prototyp in Hamburg ist weiterhin zu sehen.

Nationales Automuseum The Loh Collection

Mit der Geschäftsführung von Chateauform, Pächter und Betreiber von Burg Hemmersbach in Kerpen-Horrem, pflegt die Trips-Stiftung schon seit 2018 gute Kontakte. Der ehemalige Wohnsitz von Graf Trips und seiner Familie, von Chateauform als Tagungs-. Kongress- und Seminar-Hotel genutzt, bietet optimale Möglichkeiten für gemeinsame Veranstaltungen, die der Hausherr beispielhaft unterstützt und jetzt besonders fördert. Dort sollen zukünftig auch diverse Rennsport-Utensilien, von privaten Sammlern als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt, präsentiert werden. 

Somit setzt die Trips-Stiftung – auf der Grundlage der Vorgaben der Stiftungs-Satzung – ihre wichtige Arbeit,an Graf Trips und seine Familie in angemessener Form zu erinnern, verantwortungsbewusst, zielgerichtet, zukunftsorientiert und engagiert fort.

Burg Hemmersbach A.Savin, Wikipedia
Burg Hemmersbach

Jörg-Thomas Födisch

Fotos: Stiftung Nationales Automuseum The Loh Collection gGmbH; Burg Hemmersbach A.Savin, Wikipedia; Rainer Roßbach; Schloß Loersfeld © Tohma;