Zandvoort Historic 2016

Zandvoort Historic  –  Sonne, Strand und historischer Motorsport

Zandvoort Historic 2026

Vom 19. bis 21. Juni startete die „Masters Historic Racing Series“ in Zandvoort. Auf dem 4,3 km langen Circuit an der niederländischen Nordseeküste waren die Formel 1 mit den Historic Grand Prix Cars (1947 bis 1965) und den „Masters Racing Legends“  (1966 bis 1985) die Highlights für alle Fans klassischer Rennwagen. Einmal mehr erinnerten die „Masters“ eindrucksvoll an die 70er- und 80er-Jahre: Formel-1-Fahrzeuge aus der Ära des Bodeneffekts – dazu der unverwechselbare Klang der Cosworth-DFV-3,0-Liter-Saugmotoren.

Die beiden Formel-1-Programmpunkte wurden ergänzt durch Grand Prix-Wagen anderer Epochen, historische Langstrecken-Boliden, GT-Fahrzeuge, Sport- und Tourenwagen sowie eine Palette ausgesuchter DTM-Autos.

Bei den „Masters Racing Legends“  hießen die Protagonisten Williams FW06, FW07C und FW08C, Tyrrell 011, McLaren M29 und MP4/1, Lotus 78, Arrows A4 und A6, March 761 und 781-2, Surtees TS9B, Shadow DN9 sowie LEC CRP1-Cosworth Racing Project 1 mit bekannten Historic-Piloten wie Werner d’Ansembourg, Jamie Constable, Matthew Wrigley, Steve Hartley, Warren Briggs und Valerio Leone. 

Zandvoort Historic 2016
Werner d’Ansembourg, Williams FW07C (Foto: Master Racing Legends).

Renaissance für den Rennstall von Frank Williams, der in den 80er-Jahren Formel-1-Geschichte schrieb

Mit dem Williams FW07C gewannen Alan Jones und Carlos Reutemann in der Weltmeisterschaftssaison 1981 die Grands Prix-Rennen in Long Beach, in Rio de Janeiro, in Zolder sowie in Las Vegas. Im Endklassement der Formel 1-WM holte sich Williams den Konstrukteurs-Titel, Reutemann wurde Vize-Weltmeister, Jones kam auf Rang drei in der Fahrerwertung.

Der 28-Jährige belgische Historic-Pilot Werner d’Ansembourg führt derzeit die erfolgreiche Williams-Renngeschichte in der Serie der Historic Grand Prix Cars Association (HGPAC) fort:

Mit seinem FW07C gewann er in Zandvoort beide Wertungsläufe, zuvor hatte d’Ansembourg bereits in Paul Ricard (F) und in Brands Hatch (GB) den ersten Platz belegt.

Das Debüt des „Historic Grand Prix“ fand 2012 in Zandvoort statt. Von da an hatten „die Legenden“ ihren festen Platz im jährlichen Terminkalender auf dem ikonischen Kurs, der von Johannes „Hans“ Hugenholtz entworfen und 1948 eröffnet wurde. Die Rennstrecke, ursprünglich als Straßenkurs gebaut, entwickelte sich zu einem legendären Circuit: zwischen 1952 und 1985 fand dort – mit wenigen Unterbrechungen – der Große Preis der Niederlande statt.

Nach Renovierungen und Umbauten kehrte die Strecke 2021 nach 36 Jahren wieder in den Formel-1-Kalender zurück.

Zandvoort Historic 2026
Harald Grohs im BMW M3 E30 (Foto: Karsten Krome/Netzwerk eins).

Zuschauer-Magnet: die Tourenwagen 

Bei den Tourenwagen-Legenden sorgte Harald Grohs im BMW M3 E30 durch seinen vielbeachteten Sieg für Schlagzeilen.

Karsten Krome, Fachjournalist, Buchautor und Insider der „Tourenwagen-Legenden“, schrieb:

„Klassensieg im zarten Rennfahreralter von 82 Jahren: Harald Grohs zum König der „Best Ager„ gekrönt. Bei sommerlichen Temperaturen zeigte Rennfahrer-Legende Harald Grohs, warum er einer der naturgegebenen Botschafter der TOURENWAGEN LEGENDEN ist. Nach einem herzerfrischenden Duell mit Porsche-Pilot Max Kainzinger erkämpfte sich der Langstrecken-Vizeweltmeister von 1981 mit dem BMW M3 von Heinz F. Pott auf dem Dünenkurs von Zandvoort einen sensationellen Klassensieg. 

Der Publikumsliebling aus Essen, erstmals mit dem amtierenden Meisterteam aus Beckum am Start, optimierte sein zuletzt von Dr. Sebastian Haas gefahrenes Einsatzfahrzeug im Verlauf des Wochenendes immer weiter. Nachdem er am Vortag den dritten Rang in Klasse 3 erreichte, war der Klassensieg am abschließenden Renn-Samstag die Krönung einer Grohs-artigen Darbietung.“

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Harald Grohs (Foto: Karsten Krome/Netzwerk eins).

Harald Grohs 

Harald Grohs wurde am 28. Januar 1944 in Essen geboren. Er begann seine Rennfahrerkarriere 1973 mit einem Porsche 911 T im Deutschen Rundstrecken-Championat, in dem er vier von zehn Rennen gewann. 

1974 startete er im Renault R5-Pokal, erzielte sechs Siege und belegte den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Diese Erfolge verhalfen ihm zu Gaststarts in der amerikanischen IMSA-Serie und einem Werksvertrag bei BMW.

Grohs gewann 1975 sein erstes Rennen in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft

im BMW 3.5 CSL auf dem Nürburgring. Zusammen mit Jody Scheckter siegte er 1976 beim 9-Stunden-Rennen von Kyalami (Südafrika) auf einem BMW 3.0 CSL.

1983 dominierte er die Deutsche Automobil Rennsport Trophäe mit dem BMW M1 Gruppe 4. Im Jahr 1987 erzielte er den ersten großen Sieg für den BMW M3 in der DTM.

1995 gewann er den Porsche Carrera Cup Deutschland.

Neben seiner Rennfahrerkarriere ist Grohs als Teamchef, Coach und Präsentationsfahrer für BMW Classic tätig. 

Masters Historic Racing

Die weltweit führende Institution für historischen Motorsport heißt „Masters Historic Racing“. Sie hat sich seit mehr als 20 Jahren der Förderung und Organisation von Wettbewerben für klassische Rennwagen aus verschiedenen Epochen der Motorsportgeschichte verschrieben. Die Einrichtung bietet eine Vielzahl von Rennserien, darunter die „Masters Historic Formula One Championship“ mit Formelwagen der Jahre 1966 bis 1985, die Masters Endurance Racing Legends mit Le-Mans-ähnlichen Sport-Prototypen, dazu den GT-Fahrzeugen der späten 1980er- bis in die 2000er-Jahre.

Zandvoort Historic 2016
Ron Maydon (Foto: Master Racing Legends).

Die Anfänge

Es war der Traum von Ron Maydon, dem Gründer und Präsident von „Masters“, Motorsport vergangener Zeiten anders zu machen. Er erinnert sich: „Als rennsportbegeisterter Elfjähriger bin ich mit dem Fahrrad nach Brands Hatch gefahren, um Jim Clark bei einem Rennen zu sehen. Später erfüllte ich mir meinen Kindheitstraum, historische Autos zu besitzen und damit Rennen zu fahren. Außerdem wollte ich diese Leidenschaft unbedingt mit meiner Familie, meinen Freunden und anderen Fahrern teilen.“

Maydon hatte festgestellt, dass das bisherige Konzept, historische Rennveranstaltungen zu organisieren, verbessert werden sollte. Er war der Ansicht, dass sich etwas ändern müsse, wenn klassische Autos und ihre Fahrer zukünftig Rennen bestritten und die Fans diese legendären Autos weiterhin auf den großartigsten Rennstrecken der Welt genießen und nicht nur in einem Museum verstauben sehen wollten.

2004 beschloss Maydon, das Konzept zur Austragung der historischen Autorennen zu verändern. Die wichtigsten Voraussetzungen, die er für die Umgestaltung des Motorsports vergangener Jahre benötigte, waren:

  • Eine angesehene und professionell organisierte Rennserie, deren Kernwerte Integrität und Ehrlichkeit sind;
  • Eine Gemeinschaft von Rennfahrern und Rennsportbegeisterten, die sich leidenschaftlich für den historischen Rennsport einsetzten;
  • Fahrer und Besitzer, die sich als Hüter legendärer Autos sahen und es als ihre Verantwortung ansahen, diese durch Rennen auf der Rennstrecke für alle zugänglich zu machen;
  • Eine großartige Kameradschaft zwischen allen Beteiligten;
  • Professioneller Kundenservice für Fahrer, ihre Familien und Vorbereiter;
    und nicht zuletzt eine unterhaltsame und entspannte Atmosphäre, die Fahrer, ihre Familien und Gäste genießen können!

Die Gründung der Grand Prix Masters

Mit diesen Werten im Sinn machte sich Ron daran, die „Grand Prix Masters“ ins Leben zu rufen, eine Rennserie für historische Formel-1-Wagen der 3-Liter-Ära. Im Mai 2004 fiel in Pau die grüne Flagge, und 14 legendäre F1-Boliden gingen an den Start. Masters Historic Racing war geboren!

Seit dem ersten Rennen sind mehr als 20 Jahre vergangen, und heute zählt „Masters Historic Racing“ zu den führenden Veranstaltern historischer Motorsportveranstaltungen: Den Fahrern wird die Möglichkeit geboten, an den besten historischen Rennveranstaltungen und auf den renommiertesten Rennstrecken der Welt teilzunehmen! 

Seit 2004 hat „Masters“ inzwischen mehr als 270 Veranstaltungen in 17 verschiedenen Ländern ausgerichtet, deckt mittlerweile über 60 Jahre Motorsportgeschichte in sechs verschiedenen Rennserien ab und und hat sich damit längst den Zuspruch der Aktiven und der weltweiten Fan-Gemeinde verdient.

Text/Fotos: Jörg-Thomas Födisch (16), Master Racing Legends (2), Karsten Krome/Netzwerk eins (2), Jochen von Osterroth (1)