Bildband „Faces of Formula 1“ prämiert

Am Dienstag, 23. April, wurden in der Münchner Motorworld die von einer hochkarätig besetzten Jury um Jürgen Lewandowski prämierten 21 Neuerscheinungen in den Kategorien „Marke“, „Historie“, „Biografie“, „Motorsport“ und „Design“ sowie mehrere Sonderpreise vergeben.  Die Autoren und Verleger des Buches „Faces of Formula 1“, Hartmut Lehbrink, Stiftungsrat-Mitglied Jörg-Thomas Födisch, Dieter und Rainer Roßbach, erhielten beim MOTORWORLD Buchpreis 2024 in der Kategorie  „Historie – Motorsport“ einen Ehrenpreis.

Dr. Benno Müller war in den 1950er Jahren ein Arzt in der Nähe Freiburgs. Befreundet mit dem früheren Chefredakteur von „auto motor und sport“, Heinz Ulrich Wieselmann, nahm in dieser 1957 erstmals zu einem Autorennen mit. Müller war auf Anhieb fasziniert, weniger von der eigentlichen Rennaction als vielmehr von den Fahrern als Protagonisten der Rennszene. Fortan spezialisierte er sich – zunächst als reiner Amateur – auf diePorträts der Piloten, zu dieser Zeit natürlich in Form der Schwarzweiß-Fotografie. Schnell hatte er sich so einen Namen gemacht und es erschienen einige Bücher mit seinen ausdrucksstarken Porträt-Aufnahmen, die heute als Sammlerstücke gehandelt werden.Jörg-Thomas Födisch und Hartmut Lehbrink haben in diesem in deutscher und englischerSprache verfassten Band noch einmal 77 Rennfahrer aus den 1960er Jahren porträtiert.

Hartmut Lehbrink hat die von Kompetenz und Empathie geprägten Kurzbiografien verfasst, zu denen jeweils ein von Dr. Benno Müller aufgenommenes Porträtfoto wiedergegeben wird. Die grandiosen und bestens reproduzierten Bilder erscheinen im großen ganzseitigen Format. Natürlich sind alle berühmten Piloten dieser Epoche erfasst –von Jim Clark, Graham Hill, Wolfgang Graf Berghe von Trips, John Surtees, Dan Gurney bis zuJackie Stewart, Jacky Ickx und Mario Andretti, um nur einige beispielhaft zu erwähnen.

Aber auch Kurt Ahrens, Hubert Hahne, Roger Penske, Edgar Barth und Bob Bondurant findet der Leser unter den zahlreichen weiteren Fahrern. Es ist den Herausgebern gelungen, ein Gleichgewicht zwischen den trefflichen Texten und den zum Teil geradezu berührenden Ablichtungen herzustellen, wobei der besondere Reiz des Buchs natürlich gewollt in den Fotografien liegt. Einige der Piloten sind in ihren – damals noch halboffenen– Sturzhelmen abgelichtet, die meisten im reinen Porträt ohne Helm. Die eindringlichenAufnahmen erlauben es dem Betrachter, die Persönlichkeit der Fahrer aus ihrenGesichtszügen zu deuten, und vermitteln so eine ungewöhnliche Tiefe des Eindrucks unterschiedlicher Charaktere.

Das hervorragend verarbeitete, in einem festen Schmuckschuber präsentierte Buch, erscheint in einer sehr kleinen Auflage von nur 100 Stück und dürfte schnell vergriffen sein. AlleExemplare tragen die handschriftliche Signatur der Herausgeber. Die Empfehlung erstreckt sich deshalb nicht nur auf den begeisternden Inhalt, sondern auch auf einen schnellen Erwerb, um überhaupt noch ein Exemplar zu erhalten.

Text: Thomas Nehlert, Fotos: Motorworld (1), Rainer Roßbach (1)